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Schön gelegen

Unser Dorf Dattenfeld

Dattenfeld liegt im Herzen des Windecker Ländchens, im schönen Siegtal. Die Gemeinde Windeck findet man im Südosten Nordrhein-Westfalens, fast mittig an der Bahnlinie Köln-Siegen. In dörflicher Umgebung lässt sich hier entspannt leben und urlauben. Dattenfeld ist außerdem ein attraktives Ausflugsziel vor den Toren der Region Köln-Bonn-Düsseldorf.

Zahlen und Fakten

Koordinaten 50° 48′ 10″ N, 7° 33′ 35″ O
GSM 50.804062 7.559477
Kommune Gemeinde Windeck
Kreis Rhein-Sieg-Kreis
Bezirk Regierungsbezirk Köln
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Höhe 118 m ü. NHN
Einwohner 2340
(31.12.2013)
Postleitzahl 51570
Vorwahl 02292

Dattenfeld ist per Kraftfahrzeug über die Landesstraße 333 erreichbar.  Der Ort verfügt über einen gleichnamigen Bahnhof, gelegen im fußläufig erreichbaren Nachbarort Wilberhofen. Dieser wird von den Linien S 12 und S 19 der S-Bahn Köln sowie zeitweise im Berufsverkehr vom Rhein-Sieg-Express (RE 9) Zwischentakt über die Siegstrecke angefahren. Per Bus ist Dattenfeld über die Linie 579 der RSVG erreichbar. Der nächste Flughafen ist der Konrad-Adenauer-Flughafen Köln-Bonn, direkt erreichbar mit der S-Bahn Linie 19. Der Schülerspezialverkehr zu den weiterführenden Schulen in Windeck wird von der Gemeinde Windeck organisiert.


Dattenfeld an der Sieg

Kurzbeschreibung der Gegenwart

Der Ort Dattenfeld – geographischer Mittelpunkt des Erholungsgebietes Windecker Ländchen – zählt ca. 2500 Einwohner. Eine erste urkundliche Erwähnung mit dem Namen »Dateleveld« kann bis in das Jahr 895 zurückdatiert werden.

Der Ort liegt etwa 100 - 130 m Höhe über NN. An ihn grenzen im Norden die Ausläufer des Bergischen Landes (Nutscheid) und im Süden der Westerwald. Ruhe und Erholung in waldreicher, von Industrielärm und -abgasen freier gesunder Luft empfehlen sich hier.

Herausragender Mittelpunkt des Ortes ist der Siegtaldom mit seinen zwei hoch aufragenden Türmen. Etwas abseits der Hauptstraße liegt die Burg Dattenfeld, erbaut in den Jahren 1619 bis 1629. Der vom Staatlichen Umweltamt Bonn angelegte Siegunterhaltungsweg ist als Promenade über eine Länge von ca. 10 km entlang eines der schönsten Abschnitte der Sieg für die Benutzung durch Fußgänger, Behindertenfahrzeuge und Radfahrer freigegeben. Der in Ortsmitte auf einer Fläche von ca. 63.000 qm großzügig angelegte Freizeitpark setzt einen besonderen Akzent. Am Siegufer finden Angler den erfolgversprechenden Platz für ihr beschauliches Hobby.

Von der Höhe über Altwindeck herab blicken die Ruinen der seit dem Jahr 1174 urkundlich nachgewiesenen Burganlage in das weite Tal. Die rings um den Talkessel angelegten Wanderwege und Schutzhütten laden ein zu gesundem Wandern und zur Rast – wohltuend für den Körper und die Seele.

In der direkten Nachbarschaft von Dattenfeld befinden sich die Orte Altwindeck, Dreisel, Rossel und Wilberhofen. Sie sind – von Feldern, Wald und Wiesen umgeben – Teil des anmutigen Landschaftsbildes und in das örtliche Wanderwegenetz mit eingebunden.

Dattenfeld - ein Ort, in dem die Natur für den Menschen noch Selbstverständlichkeit ist. Ein Ort, der deshalb Interesse und Beachtung verdient.


Die Geschichte Dattenfelds

Informationen zu den Ursprüngen

Der Ort Dattenfeld – geographischer Mittelpunkt des Erholungsgebietes Windecker Ländchen – zählt ca. 2500 Einwohner. Eine erste urkundliche Erwähnung mit dem Namen »Dateleveld« kann bis in das Jahr 895 zurückdatiert werden.

Gesicherte Erkenntnisse bestehen darüber, dass eine Kirche in Dattenfeld mindestens seit dem Jahre 895 steht. Eine vermutlich aus dem 12. Jahrhundert stammende alte eintürmige Kirche wurde 1879 bis auf die beiden unteren Geschosse des Turmes abgerissen und im gleichen Jahr in den Neubau einer zweitürmigen Kirche mit einbezogen. Im Erdgeschoss des alten Turmes steht der 700 Jahre alte Taufstein aus Trachyt. Sechs Glocken (davon die ältesten aus den Jahren 1669 und 1782 stammend) rufen mit ihrem feierlichen Geläute an den Festtagen zum Gebet. Aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts stammt eine der frühesten kölnischen Sitzmadonnen der gotischen Epoche. Diese Plastik wurde 1936 dem Diözesanmuseum Köln als Leihgabe überlassen; sie kann dort besichtigt werden.

Die Schenkungsurkunde von 895

Der Existenz einer durch glückliche Umstände überlieferten Urkunde aus dem Jahre 895, besser gesagt deren Abschrift in einem Kopialbuch, können wir die frühe Nennung von Dattenfeld verdanken. Die damals dem St. Cassiusstift zu Bonn gemachte Schenkung einer Kirche und eines Gutshofes ist wohl die Keimzelle des Kirchspiels Dattenfeld gewesen. Ein kleiner Ort wird um die Kirche bestanden haben. Das besagte Kopialbuch mit dem Duplikat der Urkunde ist stark beschädigt. Es wird heute in der Universitätsbibliothek von Halle an der Saale verwahrt.

Herbert Bohlscheid hat sich mit dem Text des Schriftstückes intensiv befasst (H. Bohlscheid; Dattenfeld einst, 1979, S. 43/44); deshalb halte ich es für gut, den Inhalt und die Aussagen mit Erläuterungen wörtlich zu übernehmen. Eine bessere Bearbeitung ist ohnehin nicht möglich.

Bohlscheid: Wenden wir uns nun diesem für Dattenfeld so außerordentlich wertvollen Dokument zu und lesen die Übersetzung dieser Urkunde.

»Als kluger Verwalter seines menschlichen Geschicks handelt, wer seinen irdischen Besitz an die Stätte der Heiligen überträgt. Aus diesem Grunde schenke ich, ein Laie namens Engelberth, im Namen Gottes, aus Liebe zu Gott und um der Ruhe meiner Seele und der meiner Eltern willen der Kirche der Heiligen Märtyrer Cassius und Florentius, die in dem Orte liegt, der «Refektorium der dort dienenden Brüder» genannt wird, ein Haus mit allem Zubehör m dem Dorf Steildorf (Stieldorf). In dem Dorf, das «Dateleveld» genannt wird, schenke ich eine Kirche mit einem Hof, bestehend aus 30 Joch Saatland mit einem Haus und einer Scheune.

Diese Urkunde soll zu allen Zeiten fest und unveränderlich gültig sein. Öffentlich verhandelt in dem Ort, der Basilika genannt wird, am 16. Juni im ersten Regierungsjahr des Königs (von Lothringen) Zwentibold.«

Zeichen des Engelberth, der diese Urkunde ausstellen und bestätigen ließ. Zeichen des Propstes Engelberth, Zeichen des Paters Gemundes, Presb., Zeichen des Presbyter Witgar. Zeichen des Bernanus, Wilandus, Garumanus, Athalardus, Gericus, Ruotganus, Albertus, Guntarius, Waldolfus, Helmbcrtus. Zeichen des Waltarius, Otbertus, Gerarius, Athalardus, Sigardus, Alfricus, Radolfus.

Wenn wir nun einen Blick auf die Originalurkunde werfen, lesen wir am Ende der 9. und Anfang der 10. Zeile, dass 'terra salericia', als Salland übergeben wurde. Dies bedeutet, dass es sich um einen Salhof, also einen Fronhof handelte. Im Mittelalter, hauptsächlich vom 8. bis 12. Jahrhundert, war der Fronhof Mittelpunkt einer Grundherrschaft und bestand aus der Wohnung (Salhaus/Herrenhaus) des Grundherrn und den Wirtschaftsgebäuden (Stall, Scheune = horrea). Häufig war das Herrenhaus auch Amtshaus und als solches Sitz des Hofgerichts (Dinghof). Ob dies in Dattenfeld der Fall war, kann heute nicht mehr gesagt werden. Auch kann nicht mehr festgestellt werden, wer der mit der Urkunde als Schenker aufgeführte 'Engil-bertus laicus' (Laie Engelbert) gewesen ist und ob er seinen Dattenfelder Hof selbst verwaltete oder von einem Meier (Pächter/Halfmann) verwalten ließ. Ebenfalls kann nicht mehr geklärt werden, wie dieser Engelbert oder seine Vorfahren an diesen Besitz kamen.

Durchaus denkbar wäre, dass er als ehemaliger Königshof vom König einem besonders verdienten Untertan geschenkt wurde. Mit Sicherheit können wir aber die Verwaltung durch einen Meier annehmen, nachdem der Hof in den Besitz des St. Cassiusstiftes übergegangen war. Über die Größe der Ländereien gibt uns die Urkunde genau Auskunft: 30 Joch. Etwa soviel, wie man mit einem Ochsengespann an einem Tag umpflügen konnte, war ein Joch, also etwa 50 Ar. 30 Joch sind also 1.500 Ar = 60 Morgen = 15 Hektar.

Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgangen sein, dass statt einer Jahreszahl die Zeitangabe im ersten Regierungsjahr des Königs Zwentibold steht. Auch hier können wir wieder von Glück sagen, dass nicht einer der zahlreichen Ludwige König war und so die Datierung ungenau hätte werden können. Einen König Zwentibold gab es aber nur einmal, und er wurde Mitte Mai 895 gekrönt. Er war ein Sohn Kaiser Arnulfs und regierte bis zum Jahre 900. Damit ist also das Datum der Urkunde zweifelsfrei gesichert: 16. Juni 895.

Zu diesem Zeitpunkt gab es also schon eine Kirche in Dattenfeld, und nach Dittmaier kann man davon ausgehen, dass im alten Dorfsiedlungsgebiet unserer Gegend zuerst die Siedlungen (Ortschaften) entstanden und die Kirchen erst später hinzukamen. In Zeile 8 der Urkunde lesen wir: 'villa, quae dicitur Dateleveld'. Nach Haberkorn/Wallach bedeutet 'villa' in fränkischer Zeit die Siedlung im allgemeinen, vom Dorf bis zum Einzelhof, auch die Allmende, besonders aber der zentrale Wirtschaftshof (villa regia = Königshof) einer königlichen Domäne. Danach können wir mit einiger Sicherheit annehmen, dass es sich bei Dattenfeld ursprünglich um einen Königshof handelte, der als Versorgungshof für die Burg Windeck diente. Da aber die Burg Windeck schon im 7. und 8. Jahrhundert eine wichtige Funktion des Grenzschutzes gegen die Sachsen erfüllte, können wir auch die Gründung Dattenfelds mit Fug und Recht in dieser Zeit ansetzen.

Dieser Hof lag, wie im Kapitel über das Gerichtswesen belegt, mit großer Wahrscheinlichkeit auf dem heutigen Schulgrundstück.

Fassen wir die Ergebnisse der drei für die Altersbestimmung Dattenfelds relevanten Methoden zusammen, stellen wir fest, dass die Patrozinienforschung den Zeitraum von 482 – 843, die Namensforschung die Zeit von 700 – 900 und die Urkundenforschung das 7. und 8. Jahrhundert ermitteln. Nehmen wir noch das über die Feldzüge Karl Martells (724 und 738) und über die Entstehung von Königshöfen Gesagte dazu, so deutet alles auf die Mitte des 8. Jahrhunderts, also auf die Zeit von etwa 725 - 750 als Gründungszeit Dattenfelds hin. Damit wäre Dattenfeld zweifelsfrei der älteste Ort der mittleren Sieg und der heutigen Gemeinde Windeck.

(Quelle: Dattenfeld 895 - 1995 - »Ein Kirchspiel im Rückblick durch 1100 Jahre« von Willi Schröder)


Übersichtskarte

Was ist wo in Dattenfeld?

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